Politiker werden teurer

22.01.2013

Die deutsche Regierung hat viele Rechte, aber um eines ist sie besonders zu beneiden: Sie kann sich ihre Gehaltserhöhung selbst genehmigen. Zwar wurde 12 Jahre lang kein Gebrauch von diesem Privileg gemacht, aber am 15. Mai 2012 genehmigte sich das Bundeskabinett eine Erhöhung der Bezüge um 5,7 % in drei Schritten bis zum Sommer 2013.

Ein maßvoller Abschluss?
5,7 % Erhöhung sind in Tarifauseinandersetzungen der Wirtschaft derzeit eine kaum durchzusetzende Forderung. Arbeitgeber stöhnen allein bei dem Gedanken an die Hälfte dieses Betrages auf. Eigenartigerweise spielen diese Bedenken mit zunehmender Höhe der Gehälter keine Rolle mehr, obwohl 5,7 % von 16.000 Euro Monatsgehalt zehnmal mehr sind als der gleiche prozentuale Aufschlag auf ein Durchschnittsgehalt von 1.600 Euro. Genauer gesagt: 930 Euro. So viel verdient die Bundeskanzlerin dann rückwirkend zum 1. März 2012 mehr.
Die Bundesminister dürfen sich über 750 Euro im Monat mehr freuen und überschreiten jetzt an jedem Gehaltstag endlich auch die 10.000-Euro-Grenze. Inoffiziell liegen sie schon längst darüber, weil natürliche alle Regierungsmitglieder auch die monatliche Dienstaufwandsentschädigung von knapp 1.000 Euro kassieren.

Kein Vergleich mit der Wirtschaft
Bei Kritik an den Einkünften von Politikern wird gern auf die Wirtschaft verwiesen. Hier liegen die Jahresgehälter der Spitzenmanager locker über der Millionengrenze. In den Top Ten geht nichts unter 5 Millionen. Der Chef der Deutschen Bank, der Schweizer Josef Ackermann, ging 2011 mit einem Jahresverdienst von 9,4 Millionen nach Hause. Spitzenreiter ist VW-Chef Martin Winterkorn. Hier liegen die Angaben für 2011 zwischen 16,5 und 17,5 Millionen.

Teilen:
Empfehlen
Twittern
Google+



Das könnte Sie auch Interessieren



Thema Geld & Finanzen


Neu im Magazin


css.php