Der WHO Health Report 2012

22.03.2013

194 Staaten machten mit. Millionen Menschen und Institutionen wurden befragt. Studien wurden verglichen, Daten ausgewertet. Nun ist der aktuelle Weltgesundheitsreport erschienen. Die Trends: Geringere Sterblichkeitsraten und mehr Masern-Impfung bei Kindern. Weniger Blutdruck, aber mehr Fettleibigkeit. Und weniger Sterblichkeit von Müttern bei Geburten. Doch von den allgemeinen Daten sind länderspezifische Ergebnisse zu trennen.

Das alles hört sich dramatisch an. Doch die WHO hat keine andere Möglichkeit, als Sterblichkeitsraten mit den verschiedenen Erkrankungen in Verbindungen zu bringen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Eigentlich geht es ja nicht um die Sterblichkeit, sondern um das, was vorher geschieht: Welcher Lebensstill führt zu bestimmten Erkrankungen? Wieviele Jugendliche rauchen? Oder: Wieviel Geld geben Staaten und deren Gesundheitssysteme aus, um bestimmte Krankheiten zu bekämpfen? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum der Untersuchung.

Positiver Trend – aber enorme Unterschiede
Auf den ersten Blick sehen die Ergebnisse positiv aus, doch man sollte genau hinschauen. So unterscheiden sich die Daten immens im Hinblick auf verschiedene Länder: So sterben in Deutschland rund zehn Menschen von 100.000 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in Russland sind es über 100. Aussagekräftig sind solche Ergebnisse deshalb, weil Daten aus über zehn Jahren herangezogen werden. Der WHO-Bereicht erscheint alle drei Jahre und greift auf vergangene Berichte zurück, um Vergleiche anzustellen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten Millenium-Ziele: So sollte die Kinderstrerblichkeit um zwei Drittel gesenkt werden und die Ausbreitung von Aids, Malaria und anderen schwerwiegenden Krankheiten verlangsamt oder sogar gestoppt werden. Soweit die gesundheitlichen Ziele. Im Jahr 2015 soll all dies bereits umgesetzt sein.

Der diesjährige WHO Bericht ist also ein wichtiges Instrument, um Trends und erste Erfolge sichtbar zu machen. Er wird durchaus positiv beurteilt, doch die Gegensätze zwischen verschiedenen Ländern und Kontinenten bewegen zum Nachdenken. Die Europäer verfügen zwar in weiten Teilen über ein gut funktionierendes Gesundheitssystem, jedcoh trinken beispielsweise die Deutschen auch überdurchschnittlich viel Alkohol. Die Unterschiede zwischen den Ländern hängen also nicht immer nur mit Wohlstand, Bildung oder Zugang zu sauberem Trinkwasser zusammen – auch in Wohlstandsgesellschaften gibt es gravierende Einflussfaktoren auf die Gesundheit, die sich direkt auf die Sterblichkeitsraten auswirken.

 

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